Funktionsweise Richtfunk
Wie alle Richtfunksysteme benötigen auch unsere Richtfunksysteme in den regulierten Frequenzbereichen eine direkte Sichtverbindung zwischen den Endstellen. Unter bestimmten Bedingungen ist eine passive Umlenkung mittels Spiegel oder mit gekoppelten Rücken-an-Rücken-Antennen möglich.
Die meisten Richtfunkstationen bestehen aus einer Innen- sowie einer Außeneinheit, die direkt an die Antenne angesetzt wird. Beide Einheiten sind über ein Koaxial-Kabel der Ethernetkabel verbunden. Idealerweise befindet sich die Inneneinheit nahe der TK-Anlage oder der Netzwerkschnittstelle, um den Anschluss dort so einfach wie möglich zu gestalten. Sie enthält die Schnittstellenelektronik, einen evt. nötigen Multiplexer und die Stromversorgung für die Außeneinheit. Diese erzeugt das hochfrequente Sendesignal und gibt es an die Antenne ab. Der Empfänger mit der zugehörigen Signalverarbeitung findet ebenfalls in der Außeneinheit Platz, die für den uneingeschränkten Betrieb im Freien ausgelegt ist. Die Polarisation des Funkfeldes ist über eine Drehung des Gehäuses vertikal oder horizontal einstellbar.
Die Reichweite der Systeme hängt von der gewählten Nutzbandbreite, der Sendefrequenz und dem Antennendurchmesser ab. Wir bieten Richtfunksysteme in allen regulierten Frequenzbereichen 7/13/18/23/26 und 38 GHz. Damit lassen sich Übertragungsprobleme bis etwa 50 km Funkfeldlänge zuverlässig lösen.
Vorteile des Richtfunks
- Bandbreiten bis zu 600 MBit/s im Vollduplex verfügbar
- Bis zu 50 Kilometer Überbrückbar
- Problemlose Frequenzkoordinierung der BNetzA gewährleistet langfristig Störsicherheit
- Sprach- und Datenübertragung auch zwischen weit voneinander entfernten Gebäuden bzw. ausgelagerten Unternehmensteilen
- Überbrückung von Hindernissen wie Straßen, Schienen, Flüssen auch ohne direkte Sichtverbindung durch passive Umlenkung
- Mit mehr als 99,99 Prozent p. a. bieten die Systeme eine extrem hohe Verfügbarkeit.
Integration
Die typischen Schnittstellen für den Anwender sind ein oder mehrere Ethernet-Ports. Sie stehen als 10/100/1000BaseT oder 1000BaseSX/LX zur Verfügung. Zusätzlich sind E1 bzw. S2m-Kanäle mit 2,048 MBit/s möglich.
Abhörsicherheit
Generell weisen diese Richtfunksysteme eine extrem hohe Abhörsicherheit auf. Dies liegt schon in der Technologie begründet: Die abgestrahlte Energie wird direkt von einer Station auf die andere gerichtet (Punkt-zu-Punkt-Verbindung);
Geringer Öffnungswinkel der Antenne mit nur 1 bis 2 Grad; Bestrahlung einer kleinen Fläche am Empfangsort;
Zum Abhören muss der potentielle Lauscher neben der Sende- und Empfangsfrequenz auch den individuell definierten Schlüssel, die Polarisation, das Modulationsverfahren sowie Typ und Rahmencodierung kennen.
Selbstverständlich besteht auch hier die Möglichkeit, die zu übertragenden Daten mit externen Kryptogeräten nachmals zu verschlüsseln.
Montage
Wichtigste Voraussetzung für den zuverlässigen Betrieb der Systeme ist eine feste Montage. Die Außeneinheit läßt sich mittels eines Installationskits an runden vertikal oder horizontal aufgestellten Masten mit einem Durchmesser zwischen 89 und 115 mm sowie einer Wandstärke von 5 mm befestigen.
Verfügbarkeit
Die Systeme funktionieren bei jedem Wetter, auch bei normalem Regen, Schneefall, Dunst oder Nebel. Bei extremem Platzregen mit vielen cm Niederschlag pro Stunde, kann es allerdings sein, dass die hochfrequente Strahlung zu stark gedämpft wird und die Verbindung dann nicht mehr verfügbar ist. Eine eindeutige Aussage liefert eine Funkfeldberechnung.
Rechtliche Voraussetzungen
Alle von uns angebotenen Richtfunksysteme verfügen über eine Zulassung der Bundesnetzagentur (BNetzA). Diese Genehmigung ist Voraussetzung für den Einsatz zur Daten- und/oder Sprachübertragung. Auf eigenen Grundstücken darf ein Unternehmen die Systeme auf bestimmten Kanälen anmelde- und gebührenfrei betreiben. Mit einer Einzelgenehmigung der zuständigen BNetzA-Außenstelle ist nach erfolgter Frequenzkoordinierung der Betrieb über Grundstücke Dritter oder über öffentlichen Grund hinweg möglich. Wir übernehmen alle Formalitäten für Sie.



